Basil Green Motors

Der Südafrikaner Basil Green betrieb ursprünglich eine normale Werkstatt und betätigte sich auch im Motor-Tuning.
Besonders beliebt waren unter Anderem seine Tuning-Sätze für den VW Käfer und den Austin Mini. Basil Green legte immer besonderen Wert auf die perfekte Abstimmung des Gesamtpakets.
Schon bald spezialisierte er sich auf Autos der Marke Ford.
Sein Markenzeichen wurde das Ersetzen des Motors durch den eines größeren Modells. Und immer im Vordergrund war dabei die Abstimmung der Fahreigenschaften.
Es war also kein reines Motortuning, um das Maximum an Leistung herauszuholen, die Autos waren auch fahrbar.
Ford Südafrika erkannte Basil Green Motors als eine Art hauseigenen Tuner an und verkaufte die Peranas auch über seine Händler und unter dem Namen Ford – vergleichbar AMG und Mercedes.

Als Hersteller-Kürzel kam „BG“ in Einsatz.
Die einzelnen Modelle bekamen den Zusatz „Perana“ zum eigentlichen Namen. Eine Ausnahme bildet hier der Granada V8, der seltsamerweise nicht Perana hieß.
Anfangs gab es die Perana-Modelle nur in bestimmten Farben und einer (im Allgemeinen schwarzen) Innenausstattung. Spätere Modelle waren nur noch am Schriftzug zu erkennen.

Werbung von BG Motors

Das bekannteste Modell von Basil Green Motors ist sicher der Capri Perana, aber davor und danach gab es auch andere Modelle.
Bereits 1967 bekam der Cortina Mk II und später der Mk III den 3-Liter-Essex-Motor aus dem Ford Zephyr.
1968 wollte Ford einen schnellen Escort auf den Markt bringen, doch erwies sich der 1.6-Liter-Cosworth-BDA-Motor als zu komplex für den südafrikanischen Markt. Deshalb baute Basil Green Motors den 2-Liter-Pinto-Motor in die Karossen der RS 1600 – Escort ein.
Ende 1969 kam der Ford Capri auch nach Südafrika und Basil Green verpaßte ihm einen V6-Motor.
Als Ford dann den Capri ab Werk mit Sechszylindern auslieferte, mußte Basil Green nachziehen und erschuf den Capri V8 Perana.
Den gleichen Motor bekamen ab 1973 auch die Limousine und das Coupe des Ford Granada.
1980 kam der Escort XR3 Perana, bei dem die Leistungssteigerung „nur“ durch normales Motor-Tuning erzielt wurde.
Der letzte Perana waren 3 Baureihen des Ford Sierra, bzw. Sapphire wie er in Südafrika abgekürzt genannt wurde.

Das Unternehmen Basil Green Motors existiert noch heute, hat aber nichts mehr mit seiner Vergangenheit zu tun, und betätigt sich nur noch als Vertragshändler für Ford und Mazda.

Capri Comanche

Race Proved Capri Comanche

Comanche

Tubbs‘ Comanche

 
Der bekanntere Capri, den der englische Tuner Jeff Uren mit seiner Firma Race Proved entwickelte, war der Capri Comanche.
Bei diesem Capri wurden aus dem 3-Liter-Weslake-Motor 170, 180, 190 oder (angeblich als Einspritzer) sogar 220 PS geholt. Dies geschah durch überarbeitete Köpfe mit großen Ventilen, modifizierte Ansaugkrümmer mit aufgebohrten Standard-Vergasern, extra angefertigte Auspuffkrümmer, andere Nockenwellen und Kolben mit einer Verdichtung von 10:1.
Am Fahrwerk wurden verstärkte Federn vorne und hinten, einstellbare Stoßdämpfer hinten und härtere Gummis verbaut.
Für den 190-PS Comanche ergab das eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und eine Beschleunigung vom Stand auf 60 Meilen (96 km/h) in 7,2 Sekunden.
Gebaut wurde der Comanche von 1971 bis 74.

Capri Stampede

Race Proved Capri Stampede V8

 
 

PresseveröffentlichungDer Stampede wurde ab 1972 von dem bekannten englischen Tuner Jeff Uren bei London gebaut.
Das Auto bekam wahrscheinlich den 289 cui Windsor-Motor (4.7 Liter) vom Mustang, obwohl in der Presseveröffentlichung rechts vom 302-Boss-Motor die Rede ist.
Das Getriebe stammte aus dem Mustang, von da ging eine einteilige Kardanwelle zur originalen Capri-Hinterachse mit 3.09er Übersetzung.
Die Radläufe wurden ab Werk leicht verbreitert, um die 14 x 7 Zoll Felgen mit 205/60VR14 Reifen unterzubringen.
Vorne kamen Girling „Formel 1“ Bremsen zum Einsatz.
Die Höchstgeschwindigkeit lag bei ca. 250 km/h und die Beschleunigung von 0 auf 96 km/h war in 5, und von 0 auf 160 in 12.8 Sekunden möglich.
Der Spritverbrauch wurde schlicht mit „Shoosh“ angekündigt.

Race Proved warb damit, daß der Umbau zum Stampede nur 1/4 eines Lamborghini Muira, 1/5 eines Ferrari Daytona und 1/3 eines De Tomaso Pantera kosten würde.

Arve

Capri Perana V8 BG 0141

Arves Perana

 

Arve importierte diesen Perana im August 2002 von Südafrika nach Norwegen.
Das Auto wurde vor ein paar Jahren von Grund auf restauriert. Dabei bekam es eine Edelstahl-Auspuffanlage und die Innenausstattung ist jetzt aus echtem Leder, aber nach originalem Vorbild.
Ansonsten ist das Auto in Originalzustand.

Mako

Die Firma MAKO-Automobile wurde von dem ehemaligen Ford-Renningenieur Gerd Knözinger gegründet.
Den Name wählte Herr Knözinger, weil er einen Namen mit 4 Buchstaben brauchte, um den Ford-Schriftzug einfach tauschen zu können. Der Mako-Hai ist bekannt als schneller Raubfisch.

Schriftzug

Der kleine Betrieb in Rösrath-Kleineichen fertigte ab 1975 Capris mit dem Boss-V8-Motor an.
Später baute die Firma noch eine Luxusvariante des Granada mit Porsche V8-Motor.

Da MAKO-Automobile eine eigenständige Firma war, sind diese Fahrzeuge keine Fords!
Sie heißen Mako Capri und Mako P (PE) und so steht es auch im Fahrzeugbrief.

Gunter

Capri Perana V8

Gunter´s Perana

 

Das ist (war) Gunters Perana. Auf dem Bild ist das „for sale“ Schild zu sehen. Inzwischen ist er verkauft.
Der Motor war modifiziert, ein 5-Gang-Getriebe eingebaut und man beachte die Rücklichter! Sind die von einem Mazda?
Gekauft wurde er von einem Sammler, der inzwischen 4 Peranas besitzt.
Gunter sucht jetzt einen „virgin“ Perana, das heißt einen originalen. Weiß jemand zufällig etwas?

Joe

Capri Perana V8 BG 0167

Joes Perana
Joes Perana

 
 
Diesen Capri Perana habe ich 2002 vom leider inzwischen verstorbenen Justin Stephenson in Südafrika gekauft und selbst nach Deutschland importiert. Er kam dann als verfrühtes Weihnachtsgeschenk Anfang Dezember an.
Importiert habe ich ihn übrigens über Holland, da dort die EU-Gesetze für Oldtimer nicht so streng angewendet werden wie in Deutschland.

Ein erster Check ergab nur ein paar kleine Probleme.
Die Batterie im Kofferraum hatte einen Kurzschluß, da sie nicht befestigt war.
Fahrer- und Beifahrer-Fußraum waren von innen nach außen durchgerostet. Von außen überhaupt kein Rost.
Der Fahrersitz war am Ende.
Ansonsten die normalen Spuren eines Autos, das über 30 Jahre alt ist.

Aber auch ein große Problem.
Um Platz für einen anderen (zu großen) Anlasser zu schaffen, wurde am Motorträger gebohrt und geschnitten.
Ausgerechnet der Motorträger – das Zeichen überhaupt für einen Perana.
Basil Green hat den extra entworfen, um seine speziell entwickelte Lenkung einbauen zu können.
Seien wir ehrlich – die wahre Geschichte ist wohl, daß der Motor nicht paßte und deshalb die Lenkung hinter den Motorträger versetzt werden mußte. Und das war auch keine speziell angefertigte Lenkung, sondern schlicht eine aus einem Linkslenker, die verkehrt herum eingebaut wurde.
Zum Glück gibt es inzwischen Doppelsumpf-Ölwannen, mit denen auch der normale Motorträger paßt. Viele Perana-Besitzer in Südafrika bauen deshalb wieder einen normalen Motorträger ein, weil sie sehr schlecht an eine Lenkung eines Linkslenkers kommen.
Und so konnte ich auch einen Perana-Motorträger gegen einen Satz Rückleuchten eines Capri 1b tauschen. Die habe ich neuwertig in Holland bestellt und direkt nach Südafrika schicken lassen – hat mich insgesamt 80 Euro gekostet. Guter Deal!

Ansonsten habe ich bei ebay auf der ganzen Welt geräubert.
3 Armaturenbretter aus England, neue Schalter (Scheibenwischer, Armaturenbeleuchtung…) aus Hongkong, neuer Blinkerhebel Rechtslenker aus England, Chromecken für die Heckscheibendichtung aus Frankreich, usw. usf.

Und als der ganze Wagen halb zerlegt war, verlor ich den Platz zum Schrauben. Geldnot kam hinzu.
Immer in der Hoffnung, wieder weitermachen zu können, wurde der Perana erst einmal auf dem Hänger in einer Nacht- und Nebelaktion quer durch Deutschland gefahren, um ihn bei einem Freund unterzustellen.

Aber es half alles nichts, schlußendlich mußte ich ihn in die Tschechei verkaufen.

PowerrohreEdelbrock-Ventildeckel

 

Capri Perana V8

Der Perana ist der einzige Capri V8, den Ford jemals angeboten hat. Das Auto wurde in Johannesburg/Südafrika von Basil Green Motors gebaut, aber von Ford mit einer Garantie über 3 Monate oder 3000 Meilen verkauft.

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Erfinder des Perana war nicht Basil Green, sondern Ronnie Rosin, der die Leitung des Projekts hatte. Basis war der Capri 3000. Der Motor war ein 302 Windsor V8, das Getriebe war entweder ein 4-Gang vom Ford F 250 oder Mustang oder die 3-Gang-Automatik vom Mustang. Auch der Anlasser war vom F 250. Das Differential stammt aus dem Ford Fairlane und war von Borg Warner. Der Perana bekam einen größeren Kühler und stärkere Federn mit 2 Zoll Tieferlegung. Die Lenkung kommt aus einem Linkslenker-Capri und war keine Spezialanfertigung, wie Basil Green behauptete. Sie war nur umgedreht.

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Es gab den Perana in Daytona Yellow (Gelb) und Piri Piri Orange (Rot) und evtl. ein paar Sonderanfertigungen, so war z.B. Basil Greens Auto grün.

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Erhältliche Extras waren Schalensitze, Heckjalousie, Heckspoiler, Frontspoiler und Motorhaubenverschlüsse.

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Basil Green behauptet, daß nur 500 Peranas gebaut wurden. Andere Quellen besagen, daß 800 gebaut wurden, wovon die Hälfte nach England exportiert wurden. Dies scheint eindeutig falsch zu sein. In England ist das nicht bekannt.

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Anscheinend ist die höchste bekannte BG-Nummer 1167. Dies deutet darauf hin, daß 1500 Stück gebaut wurden, was wiederum andere sagen. Eventuell wurden dabei aber auch Granada Peranas (mit 302-cui-Motor), Cortina Peranas (mit dem 3-Liter-Essex aus dem Capri, einer Art Recycling) und Escort Peranas (mit 2-Liter-OHC) mitgezählt.
So wurden wahrscheinlich zwischen 430 und 500 Capri Perana gebaut.

Technische Daten:

Motor: V8 90 Grad mit „Muscle Power Kit“
Hubraum 4950 ccm = 302 cui
240 PS (DIN) = 179 kW bei 5800 Umin
270 Nm bei 3500 Umin
bei einem Gewicht von 1067 kg macht das nur 4.5 kg pro PS!
Vergaser: 600 cfm Holley 4-fach
Kurbelwelle: Ford Stufe 2 „Muscle Power“
Differential mit Sperre Übersetzung: 2.76
Verbrauch: 11.4 Liter bei konstant 120 km/h
Testdaten von „technicar“ 1971: Beschleunigung 0-100 km/h: 7.0 sec (Automatik)
Höchstgeschwindigkeit (hochgerechnet): 220 km/h

Testberichte:

Testbericht AMS 1972
Magazin und Datum unbekannt Auto Motor und Sport 1972

Der nagelneue 3-Liter-V6-Motor aus dem Capri wurde entweder in den Cortina eingebaut oder verkauft.

Engine for sale!